31. März 2010

Lese- und Rechtschreibschwäche: Test und Diagnose

Ein Lese- und Rechtschreibschwäche Test gibt Aufschluss darüber, ob ein Kind unter dieser Krankheit leidet oder es doch andere Gründe für schlechte Rechtschreib- bzw. Leseleistungen gibt.

Eine Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS oder auch Legasthenie) ist schwer zu diagnostizieren. In der Regel wird die Diagnose von einem spezialisierten Kinder- und Jugendpsychiater erstellt. Zwar ist auch ein Schulpsychologe in der Lage, die geforderten Tests durchzuführen und auszuwerten, aber die meisten Schulen verlangen als Nachweis ein Spezialistenattest. Bei einem Verdacht auf LRS findet ein Erstberatungsgespräch beim Schulpsychologen statt, erst danach wird er eine Überweisung für einen Kinder- und Jugendpsychiater ausstellen. Da Termine bei einem Schulpsychologen jedoch oft mit monatelanger Wartezeit verbunden sind, können die Eltern auch gleich den direkten Weg wählen und beim Psychiater vorstellig werden.

Ein Lese- und Rechtschreibschwäche Test besteht nicht aus einem einzelnen Fragebogen, sondern aus einer Vielzahl verschiedener kognitiver und psychologischer Testverfahren nebst diagnostischen Gesprächen mit Eltern und Kind. Getestet werden Rechtschreibung, Leseleistung, Intelligenz, das psychische Befinden und die Aufmerksamkeitsfähigkeit.

Begonnen wird der Lese- und Rechtschreibschwäche Test mit der Anamnese, d. h. der Mediziner erfragt im Gespräch mit Eltern und Kind die Vorgeschichte. Dabei soll ausgeschlossen werden, dass das Kind aufgrund anderer Probleme und Erkrankungen - beispielsweise die Scheidung der Eltern - Symptome einer Legasthenie zeigt. Der Arzt erkundigt sich zu diesem Zweck über schulische Leistungen und private Lebensumstände des Kindes.

Anschließend erfolgen sowohl ein Rechtschreib- als auch ein Lesetest, um den Schweregrad einer eventuell vorliegenden LRS zu ermitteln. Ein Intelligenztest wird durchgeführt, um schwache Leistungen im Schreiben und Lesen aufgrund einer geringen Intelligenz auszuschließen. Ein Legastheniemerkmal besteht im mangelhaften Schriftsprachenerwerb trotz normaler oder sogar hoher Intelligenz. Zudem wird die Fähigkeit zur Konzentration ermittelt, um ein eventuell vorliegendes ADHS feststellen zu können. Ein Test zur psychischen Befindlichkeit schließlich soll den schon vorhandenen Leidensdruck des Kindes - zum Beispiel Schulangst - abbilden helfen.

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