23. April 2010

Legasthenie: Förderung möglichst vor Schuleintritt

Sie haben oft einen langen Leidensweg hinter sich: Kinder mit Legasthenie. Förderung ist hier das Zauberwort und sollte vor allem beinhalten, den Schülern die Angst vor schulischem Versagen zu nehmen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da galten Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche (kurz LRS, auch als Legasthenie bekannt) als dumm oder faul und wurden dementsprechend nicht zu einer höheren Schulbildung zugelassen. Auch heute noch gibt es Menschen, die diese Meinung vertreten, erschreckender weise befindet sich auch pädagogisches Fachpersonal - Lehrer und Erzieher - darunter. Dabei sind heute einige Ursachen der Legasthenie bekannt; intellektuelle Minderbegabung zählt nicht dazu. Im Gegenteil, eine Lese- und Rechtschreibschwäche verteilt sich gleichmäßig über die verschiedenen Bevölkerungsschichten. Da die meisten Menschen - gemäß der Gaußschen Glockenkurve - einen normalen Intelligenzquotienten zwischen 90 und 110 haben, sind dementsprechend viele LRS-Betroffene normal intelligent. Es gibt entsprechend auch begabte und hochbegabte Schüler mit Legasthenie, ebenso wie solche mit Minderbegabung.

Zu den Ursachen werden mittlerweile eine genetische Disposition, Abweichungen der Hirnaktivitäten, Wahrnehmungsstörungen, Legasthenie als Folge einer Sprachentwicklungsverzögerung sowie als einzigen sozialen Grund eine mangelhafte Lesesozialisation bei Kindern aus bildungsfernen Haushalten gezählt. In der Regel können zweijährige Kinder mindestens 50 Wörter aktiv gebrauchen und bilden auch schon Zweiwortsätze. Es gibt Kinder, bei denen eine Sprachentwicklungsverzögerung auftritt, die sogenannten "Late Talkers". Ungefähr ein Viertel dieser Kinder entwickelt eine Lese- und Rechtschreibschwäche, weshalb bei ihnen eine vorbeugende Legasthenie Förderung bereits im Vorschulalter erfolgen sollte. Dasselbe gilt für Kinder aus bildungsfernen Familien, die täglich viel Fernsehen (mehr als zwei Stunden) schauen. Ein hoher Fernsehkonsum begünstigt nachweislich die Entstehung einer LRS.

LRS gibt es in verschiedenen Ausprägungen und Schweregraden, bis hin zur völligen Unfähigkeit, Lesen und Schreiben zu erlernen. Die Störung ist nicht heilbar und wächst sich auch nicht aus. Dennoch ist eine Legasthenie Förderung sinnvoll und sollte möglichst früh, spätestens in der ersten Klasse, begonnen werden.

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