Kreatives Schreiben: universitärer Studiengang und mehr
Kreatives Schreiben wird seit einigen Jahren als Studiengang an deutschen Hochschulen angeboten. Doch hinter dem Begriff versteckt sich nicht das Erlernen literarischen Arbeitens. Zumindest nicht ausschließlich.
Noch vor einigen Jahren galt das Studium einer Kunstform - sei es nun bildende Kunst, Schauspiel oder Gesang - als unsicher, unvernünftig, nur für Träumer geeignet und wurde deshalb oftmals belächelt. Dieser Trend hat sich jedoch gewandelt. Immer mehr Universitäten bieten künstlerisch ausgelegte Studiengänge mit hohem Praxisanteil an. Es handelt sich allerdings nicht länger nur um das Studium der schönen Künste, um das Erlernen der Schauspielerei oder um die Ausbildung der eigenen Stimme. Mittlerweile hat sich auch die Literatur ihren Platz als Studiengang verschafft. Die Rede ist nicht von klassischen Literatur- und Sprachwissenschaften. Es geht vielmehr um kreatives Schreiben. Talentierte junge Leute sollen zu Nachwuchsautoren heranreifen. An der Universität wird ihnen neben literaturgeschichtlichen Kenntnissen auch das nötige Handwerkszeug mit auf den Weg gegeben. In den Seminaren beschäftigen sie sich mit den elementaren Formen des Schreibens, probieren sich selbst aus und erfahren so mehr über ihren eigenen Stil sowie über die eigene Herangehensweise an Texte. In Deutschland bietet sich diese Möglichkeit vor allem in Hildesheim und Leipzig. Andernorts wird kreatives Schreiben nicht als Hauptfach angeboten, kann aber unter Umständen in Form eines Kurses oder Moduls vorhanden sein.
Kreatives Schreiben ist darüber hinaus auch die Bezeichnung für eine Methode zur Findung neuer Ideen. Es sollen assoziative Prozesse in Gang gesetzt werden, die dem Autor helfen, neuen Stoff zum Schreiben zu erlangen. Aber nicht nur Schriftsteller bedienen sich dieser freien und assoziativen Methode. Jeder, der ein Tagebuch führt, wird bei eingängiger Prüfung entsprechende Elemente entdecken, denn die Selbstreflexion ist bereits eine mögliche Form.
Manchmal wird der Begriff auch im Zusammenhang mit Wortspielen, also dem freien, spielerischen und assoziativen Umgang mit Sprache, verwendet. Dabei kommen Techniken wie zum Beispiel Brainstorming zum Einsatz. Generell geht es beim kreativen Schreiben auch eher um die Freude am Umgang mit Sprache, als darum, um jeden Preis literarisch zu arbeiten. Dies kann jedoch ein angenehmer Nebeneffekt sein.