15. Januar 2010

Die deutsche Grammatik ist für viele nicht einfach

Spätestens seit den Reformen der Deutschen Rechtschreibung ist die deutsche Grammatik nicht nur für ausländische Mitbürger schwierig geworden - auch Lehrer wissen oft nicht über Schreibweisen Bescheid.

Die am 1. August 2006 in Kraft getretene neue Rechtschreibung ist seit dem 1. August 2007 für alle deutschen Schulen verbindlich. Was sich seither aber genau geändert hat, wissen nicht einmal viele Lehrer, geschweige denn Bürger anderer Berufssparten. Vor allem die Getrennt- und Zusammenschreibung ist mit so vielen Ausnahmen von der Regel versehen, dass niemand mehr verbindlich weiß, wie genau bestimmte Wörter nun geschrieben werden.

Die deutsche Sprache bezeichnet man als Artikelsprache, d. h. vor jedem Substantiv steht ein bestimmter (der, die, das) oder unbestimmter Artikel (ein, eine). Als Nullartikel bezeichnet man im Deutschen Stellen, an denen kein Artikel stehen darf. Dies ist zum Beispiel bei dem Satz: "Heute gibt es Fisch zu essen." In der Regel gilt, dass ein deutscher Satz sowohl ein Subjekt, ein Prädikat und ein Objekt enthalten sollte. Hier gibt es selbstverständlich zahlreiche Ausnahmen, durch grammatikalische Umstellungen oder umgangssprachliche Formulierungen.

Die erste deutsche Grammatik wurde im 16. Jahrhundert verfasst, seither haben es sich viele Sprachwissenschaftler zur Aufgabe gemacht, die deutsche Sprache zu analysieren und Regeln für sie zu erfassen. Die deutsche Sprache ist, im Gegensatz zum Lateinischen, das als tote Sprache bezeichnet wird, eine lebende Sprache und unterliegt daher zahlreichen Veränderungen. Vor allem die Alltags- und Jugendsprachen halten Einzug in die deutsche Grammatik und sind unter anderem dafür verantwortlich, dass beispielsweise der Genitiv immer mehr dem Dativ weichen muss. Zudem halten immer mehr Wörter und Wortarten Einzug in die deutsche Grammatik, die dem zum Beispiel dem Englischen entlehnt sind - hierbei handelt es sich um so genannte Übertragungen. Das Wort "Wolkenkratzer" (vom englischen skyscraper) ist eine solche Übertragung, die erst vor wenigen Jahren lexikalisiert, also offiziell in die deutschen Wörterbücher aufgenommen wurde.

Die Sprechsprache unterscheidet sich enorm von der Schriftsprache. Während sich in der Schriftsprache nach Möglichkeit genau an die Regelungen der deutschen Grammatik gehalten werden sollte, nimmt man es in der Sprechsprache weitaus nicht so genau.

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