Deutsche Rechtschreibung - Reform gegen Tradition
Die neue deutsche Rechtschreibung unterlag seit 1996 einem ständigen Wandel. Die endgültige Fassung wird nun seit 2007 in Literatur und an Schulen angewandt und erfreut sich nach wie vor wenig Beliebtheit.
Die deutsche Rechtschreibung unterlag in den letzten Jahren grundlegenden Änderungen. Mit der Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung sollte das Erlernen der deutschen Sprache massiv vereinfacht werden. Umso schwieriger wurde es jedoch für die älteren Generationen, die sich im Laufe der Jahrzehnte an die alten Regeln gewöhnt hatten.
Viele Debatten wurden geführt, als 1996 die altbewährte Rechtschreibung grundlegend reformiert wurde. Doch auch dieses neue Regelwerk unterlag bis zum Jahr 2006 weiteren Änderungen und ist erst seit 2007 verbindlich an deutschen Schulen und mit leichten Einschränkungen auch in Österreich und der Schweiz gültig. Neben Schulen haben sich außerdem Verlage an die Publizierung der reformierten Rechtschreibung zu halten. Jedoch sind hier Unterschiede zwischen den einzelnen Genres festzustellen. Halten sich Kinder- und Jugendbuch- sowie Schulbuchverlage streng an die Vorgaben, wird im Romanbereich zumeist auf die Wünsche des jeweiligen Schriftstellers eingegangen. Denn diese sehen die Art, wie sie Sprache gebrauchen, oftmals als gewolltes künstlerisches Mittel an.
Die neue deutsche Rechtschreibung erfreut sich jedoch wenig Beliebtheit und so wünscht sich die Mehrheit der Deutschen nicht nur die alte Rechtschreibung zurück, sondern die meisten haben sich das neue Regelwerk gar nicht erst zu Gemüte geführt und schreiben einfach weiterhin Briefe, Emails und Einkaufszettel nach den ihnen bekannten Regeln. Bereits während der Zeit des Nationalsozialismus wurden grundlegende Änderungen der deutschen Sprache in einem Regelwerk festgehalten. Jedoch traten diese neuen Regeln nie in Kraft. Während der deutschen Teilung waren länderübergreifende Reformen nur schwer umzusetzen, weshalb es erst Jahre nach der Wiedervereinigung zu erneuten Gesprächen kam.
Die deutsche Bevölkerung tut sich schwer mit den festgelegten Änderungen und so ist es nicht verwunderlich, dass z. B. das Bundesland Schleswig-Holstein per Volksentscheid für Wiedereinführung der ursprünglichen Rechtschreibung abstimmte. Laut einer Umfrage wünschen sich siebzig Prozent der Deutschen die alte Form der Rechtschreibung zurück. Nur zehn Prozent befürworten die Änderungen.